Als Parodontitis wird die chronische Infektion und der dadurch entstandene Abbau
des Zahnhalteapparates bezeichnet. Das Zahnbett besteht aus Zahnfleisch, Wurzelhaut
und Zahn tragendem Kieferknochen. Eine Parodontitis entwickelt sich immer aus
einer vorbestehenden, chronischen Zahnplaque bedingten Zahnfleischentzündung
(Gingivitis).
Wie entsteht Parodontitis?
Bei qualitativ ungenügender Mundhygiene vermehren sich die bei allen Menschen
vorkommenden Mundhöhlebakterien zu bakteriellen Zahnbelägen. Mit der
Zeit verkalken diese zu Zahnstein. Diese Zahnplaque- und Zahnsteinablagerungen
entwickeln sich vor allem in den Zahnzwischenräumen unbemerkt und führen
im Kontakt mit dem Zahnfleisch zwangsläufig zu chronischen Entzündungen.
Diese Gingivitis ist die natürliche Abwehrreaktion des Körpers auf
die Bakterien- und Zahnsteinbeläge und äussert sich als Rötung,
Schwellung sowie Bluten des Zahnfleisches beim Zähne putzen.
Bei länger andauernder Gingivitis greift dieser Entzündungsprozess
den unter dem Zahnfleisch liegenden Kieferknochen an und führt zu dessen
Abbau. Dieser Knochenverlust verläuft oft in Schüben und ist irreversibel.
Zahnärzte unterscheiden verschiedene
Formen von Parodontitis.
Am häufigsten kommt die Erwachsenenparodontitis vor. Sie verläuft langsam
und manifestiert sich ab ca. dem 50. Lebensjahr. Die seltenere, rasch fortschreitende
Parodontitis ist durch unregelmässig verteilten, relativ schnell eintretenden
Knochenabbau charakterisiert, der bereits im frühen Erwachsenenalter auftreten
kann. Die sehr seltene, lokalisierte oder generalisierte juvenile Parodontitis
betrifft bereits Jugendliche, hat einen aggressiven Verlauf und führt unbehandelt
zum baldigen Zahnverlust.