Parodontitisbehandlung
Wie kann Parodontitis
behandelt werden?
Jede Zahnfleischbehandlung hat die vollständige Eliminierung des Verursachers
der Infektionskrankheit Parodontitis, der bakteriellen Zahnplaque- und Zahnsteinablagerungen,
zum Ziel. Danach müssen die befallenen Regionen entzündungsfrei gehalten
werden. Deshalb ist für Parodontitispatienten eine sehr gute Zahnpflege
von ausschlaggebender Bedeutung.
Der Behandlungsablauf gliedert sich,
je nach Schweregrad und Parodontitis-Form, in folgende Schritte:
Hygienephase: Der Patient lernt, durch ein Mundhygienetraining seine
Zähne
und die Zahnfleischränder möglichst sauber zu halten.
Alle Zähne – natürliche, wie künstlich überkronte – und
die durch den Knochenabbau entblössten Anteile der Wurzeloberflächen
im Bereich der Zahnfleischtaschen werden mit einer minimal invasiven Behandlungstechnik
von Bakterienbelägen (Zahnplaque und Zahnstein) befreit (Scaling oder Belagsentfernung)
und anschliessend geglättet (Root Planing oder Wurzelglättung) und
poliert.
Zwischenkontrolle und Neubeurteilung: Nach
frühestens 4 – 6 Wochen wird das Resultat der Hygienephase überprüft.
Werden keine entzündlichen Prozesse am Zahnfleischrand
mehr festgestellt, so ist das Zahnfleisch als klinisch gesund
zu betrachten und die Behandlung ist abgeschlossen.
Korrektive Phase: Bei
fortgeschrittenen Fällen führt die Hygienephase allein
nicht zur Entzündungsfreiheit. Besonders wenn in tiefen
Schlupfwinkeln und in Wurzelgabelungen noch Bakterien- und
Zahnsteinreste verblieben sind, können Zahnfleischoperationen
notwendig werden.
Durch einen möglichst schonenden chirurgischen Eingriff können Wurzeloberflächen
unter Sicht gereinigt, Taschen verkleinert, Bakterienschlupfwinkel geöffnet
und dadurch Form und Zugänglichkeit der Zahnzwischenräume für
die Zahnpflege verbessert werden. Mit neuen Techniken wird auch versucht, verloren
gegangenen Knochen wieder aufzubauen. Diese Eingriffe werden unter Lokalanästhesie
des Zahnfleisches ambulant in der Zahnarztpraxis durchgeführt. Bei hartnäckig
wiederkehrendem Bakterienbefall in tiefen Taschen werden zur Unterstützung
der Behandlung in besonderen Situationen auch Antibiotika eingesetzt.
Bildlegende
Abb. links: Nach einer systematischen Zahnfleischbehandlung ist leider ein Gesundschrumpfen
des vorgängig geschwollenen Zahnfleisches auf das Niveau des darunter liegenden
Knochens unvermeidbar. Diese Zähne mit jetzt gesundem Zahnfleisch sehen
aber wegen den langen Zahnhälsen unschön aus, sind manchmal überempfindlich
und die Aussprache kann gestört sein.
Abb. rechts: In diesem Fall mit grossem Defizit an (rosa) Weichgewebe bietet
sich der Ersatz des fehlenden Zahnfleisches mit einer flexiblen Zahnfleischepithese
an. Damit lässt sich auf normale Sprechdistanz normales Zahnfleisch perfekt
imitieren. Die Handhabung einer Zahnfleischepithese ist einfach und die Akzeptanz
sehr gut. Für den langfristigen Erfolg ist eine gute Mundhygiene entscheidend.
Eine solche Silikon-Zahnfleischmaske kostet inklusive Zahntechnik ca. Fr. 600.-